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aus: Augsburger Allgemeine vom 04. April 2012

 

Die Helfer plagen Sorgen

Gespräch Ministerin Merk und Bezirksrat Pressl tauschen sich mit Vertretern sozialer Einrichtungen in Neu-Ulm aus

 

a_Beate_MerkNeu-Ulm Hier und da drückt der Schuh, das war den Teilnehmern der Gesprächsrunde deutlich anzumerken. Justizministerin Beate Merk und Bezirksrat Herbert Pressl (beide CSU) hatten sechs Vertreter aus dem sozialen Bereich eingeladen, um sich einen Überblick über aktuelle Themen zu verschaffen.

Zu Beginn freute sich Merk, dass der Einstieg in ein beitragsfreies drittes Kindergartenjahr geschafft sei: „Andere Länder leisten sich das ja längst, allerdings von Geld aus Bayern. Jetzt geht das bei uns auch.“


Sigrun Rose, Geschäftsführerin der Diakonie Neu-Ulm, stieg gleich in die Diskussion ein – allerdings mit einer anderen Alterszielgruppe. Der Pflegenotstand in Altenheimen sei stark zu spüren, berichtete Rose: „Wir haben nicht genug Fachpersonal und es ist richtig schwer, auch Leitungsstellen nachzubesetzen.“ Mathias Abel, Geschäftsführer der Caritas Günzburg und Neu-Ulm, sieht das Problem ebenfalls: „Die Berufe sind schlecht bezahlt und haben ein schlechtes Image.“ Auch Merk findet, dass hier angesetzt werden muss. Es sei wichtig, die Bedeutung der entsprechenden Berufe zu betonen: „Das müssen wir auch den jungen Leuten klarmachen.“ Pressl bedauerte in diesem Zusammenhang das Fehlen der früheren Zivildienstleistenden: „Die haben eine ganz andere Motivation und Idealismus reingebracht.“

Kritisiert wurde die Einführung der Pflegenoten mit den damit verbundenen kurzfristigen Prüfungen der Pflegeheime. Diese werden seit 2009 regelmäßig durchgeführt, um Pflegeeinrichtungen besser vergleichen zu können. Die Prüfer würden jedoch den ganzen Betrieb lahmlegen, sagte Rose, wie bei einer „Hausdurchsuchung“. Und die Bürokratie werde uferlos: „Wir dokumentieren uns zu Tode.“ Insgesamt sei es aber wichtig, glaubwürdig zu
prüfen, sagte Pressl: „Deswegen muss das einfach unangekündigt oder kurzfristig stattfinden.“ Emmy Megler, die Leiterin des Frauenhauses der Arbeiterwohlfahrt in Neu-Ulm, schilderte ihre Arbeit – und lobte dabei auch die Politik: Die bayerischen Frauenhäuser seien im Vergleich zu anderen privilegiert, da sie eine institutionalisierte Förderung erhalten würden. In anderen Ländern würde tageweise abgerechnet: „Das ist nicht billiger, nur aufwendiger“, sagte Megler.

Ehrenamtliche brauchen Vorbereitung und Ansprache

Der Einsatz von Ehrenamtlichen im sozialen Bereich spielte eine große Rolle im Gespräch. So sei dieser nicht nur mit einer Entlastung bei einfachen Aufgaben verbunden, sondern auch mit einigen Problemen: Ehrenamtliche bräuchten Ansprache, sagte Abel. Er forderte daher ein Informationszentrum für Freiwillige in jedem Landkreis, so wie die Freiwilligenagentur „Hand in Hand“ in Neu-Ulm. Dort finden Freiwillige und die, die sie einsetzen, einen Ansprechpartner.

Merk sagte, dass man in Zukunft wohl noch viel mehr mit Ehrenamtlichen gestalten müsse. Rose von der Diakonie merkte an, dass man aber nicht alles mit Ehrenamtlichen machen könne: Für die Vorbereitung der Ehrenamtlichen brauche es eine hauptamtliche Leitung. Denn: „Jeder Ehrenamtliche ist auch eine Herausforderung.“

 

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