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aus: Augsburger Allgemeine vom 16.01.2013

 

Flüchtlinge finden Bleibe im Kreis

Asyl Immer mehr Menschen suchen in der Region Schutz vor Hunger und Verfolgung

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Unter militärischen Konflikten und Vertreibung leiden besonders auch Kinder. Sie kommen aus Syrien, Afghanistan oder Nordafrika. Viele von ihnen leben derzeit in Unterkünften in der Region.

Landkreis Afghanistan, Syrien, Irak, Nordafrika – immer mehr Krisengebiete auf dem Globus lassen auch im Landkreis Neu-Ulm die Zahl der Asylbewerber ansteigen. Unlängst reagierten die Behörden und mieteten neben den beiden bestehenden Unterkünften im Neu-Ulmer Stadtgebiet eine weitere in der Römerstraße in Senden an. Dort leben derzeit 15 Flüchtlinge. Insgesamt sind 75 Menschen in den vom Landkreis gemieteten Quartieren untergebracht, die keine Gemeinschaftsunterkünfte, sondern abgetrennte Wohnungen sind.

„Es gibt viele Unruheherde, viele Bereiche, in denen es Menschen schlecht geht“, sagt Karen Beth vom Geschäftsbereich Kommunales, Ausländer und Soziales im Landratsamt. Wegen des Anstiegs der Asylbewerberzahlen müssten sich auch Landkreis und Kommunen um die Beherbergung dieser Menschen kümmern. Das sei zwar schon immer deren gesetzliche Pflicht gewesen, jedoch hätte diese Aufgabe früher die Regierung von Schwaben übernommen, die in Neu-Ulm eine Gemeinschaftseinrichtung unterhält. Anders als bei Unterkünften der Regierung bekämen Asylsuchende, die vom Landkreis untergebracht sind, keine Essenspakete, sondern einen Geldbetrag. Insgesamt stünden ihnen neben der Unterkunft jeweils 267 Euro Essens- und Taschengeld zur Verfügung, von dem Nahrung, Kleidung und alle anderen Güter des täglichen Bedarfs gekauft werden müssen.

Asylbewerber aus Südosteuropa erreichen Landkreis nicht

Nicht erreicht hätten den Landkreis Asylbewerber aus Südosteuropa, die im Herbst 2012 in vermehrter Zahl nach Deutschland kamen. Die Anträge von Menschen aus dieser Region haben häufig keine Aussicht auf Erfolg und werden in den Erstaufnahmeeinrichtungen in München und Zirndorf vorrangig behandelt, damit Antragsteller nach Ablehnung schnell wieder abgeschoben werden können.

Andere Flüchtlinge werden nach einem bestimmten Schlüssel auf Bundesländer, Regierungsbezirke und schließlich auf Landkreise verteilt. Solange das Anerkennungsverfahren läuft, dürfen die Asylbewerber den ihnen zugewiesenen Landkreis nicht verlassen. „Sie haben eine Residenzpflicht und brauchen eine Erlaubnis, den ihnen zugewiesenen Bereich zu verlassen“, sagt Karen Beth. Erst wer als Verfolgter anerkannt ist, darf sich frei bewegen. Wie lange dieses Verfahren dauert, sei höchst unterschiedlich. Karen Beth weiß von einem Mann aus Syrien, der nach drei Monaten als Flüchtling anerkannt worden ist. Das sei eine verhältnismäßig kurze Zeit, sagt die Mitarbeiterin des Landratsamtes. Immer wieder könne es auch vorkommen, dass Asylbewerber einem anderen Landkreis oder Regierungsbezirk zugewiesen und quasi „umverteilt“ werden. Nach den Auskünften, die Karen Beth von der Regierung von Schwaben bekommen hat, gebe es generell eine Fluktuation von einem Prozent pro Monat. Das kann an der Umverteilung liegen, aber vor allem auch daran, dass Menschen als Verfolgte anerkannt oder abgelehnt werden. Durch die katastrophale Lage in Syrien könnten bald noch mehr Flüchtlinge in den Landkreis kommen, erklärt Karen Beth.

Aber auch durch andere Krisen-, Kriegs- und Hungergebiete werden die Asylbewerber mehr.
„Seit ein paar Jahren steigen die Zahlen wieder“, sagt sie.

 

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