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aus: Augsburger Allgemeine vom 26.01.2013

 

Hilfe für Flüchtlinge

Engagement Sigrun Grüninger setzt sich bei der Diakonie für Asylbewerber ein. Die Zahl Hilfesuchender ist in letzter Zeit deutlich angestiegen

 

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In der staatlichen Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Edelstetten bei Neuburg an der Kammel hoffen viele Flüchtlinge auf eine Anerkennung. Die Diakonie Neu-Ulm versucht, ihnen eine Perspektive zu bieten.

 

Landkreis Ob Arztbesuche organisieren, Formulare ausfüllen oder Lebensläufe und Bewerbungen verfassen: Sigrun Grüninger ist die Ansprechpartnerin für alles, was Asylbewerber beschäftigt. Die 49-Jährige ist Diplom-Sozialpädagogin und seit 14 Jahren bei der Diakonie Neu-Ulm für Asylbewerber zuständig. Rund 160 Kinder, Jugendliche und Erwachsene suchen derzeit Zuflucht im Landkreis Neu-Ulm und bewerben sich um Asyl – etwa 100 mehr als vor dem arabischen Frühling.

Die größten Gruppen sind dabei Syrer, Pakistani und Afghanen, erzählt Grüninger. „Der Bildungsstand vieler, die kommen, ist sehr hoch – vor allem bei den Syrern und Pakistanis sind viele in der Studienzeit geflüchtet.“ Die Motivation, Deutsch zu lernen und bald eine Arbeit zu finden, sei sehr groß.

Ehrenamtliche unterstützen Asylbewerber vielfältig
Grüninger ist für die Betreuung der staatlichen Gemeinschaftsunterkünfte zuständig. Dabei handelt es sich um Einrichtungen in Neu-Ulm, Leipheim, Edelstetten (bei Neuburg an der Kammel) sowie Höchstädt und Zusamaltheim im Landkreis Dillingen. Zusätzlich gibt es Unterkünfte, die der Landkreis zum Beispiel in Senden (wir berichteten) angemietet hat. Weil die Zahl der Betreuten immer größer wird, hat der Freistaat aufgestockt: Von insgesamt 20 auf 47 Wochenstunden für zwei Diakonie-Mitarbeiterinnen.

Weil das aber immer noch lange nicht ausreicht, engagieren sich über 50 Ehrenamtliche besonders bei Familienunterkünften und im ländlichen Raum stark. Sie leiten Deutschkurse, fahren mit den Asylbewerbern in die nächste Stadt, zum Arzt oder zum Einkaufen und organisieren gemeinsame Feste mit den Bürgern. Sigrun Rose, die stellvertretende Vorsitzende der Diakonie Neu-Ulm, weiß, dass es wichtig ist, auch die Ehrenamtlichen zu betreuen: „Wir sprechen mit ihnen über Probleme und machen ihnen klar, dass die Hilfsmöglichkeiten manchmal einfach begrenzt sind.“ Teilweise ließen sich die Freiwilligen zu sehr einnehmen von den Sorgen und Bedürfnissen der Asylbewerber.

Zwei neue Projekte sollen den Heimbewohnern die Integration in die Gesellschaft nun erleichtern. Für das erste hat Grüninger gerade die Zusage für die Finanzierung durch den Europäischen Flüchtlingsfonds bekommen. Ziel ist es, anerkannten Flüchtlingen einen Umzug in eine eigene Wohnung zu ermöglichen. Das stellt Suchende und Helfer gerade im Landkreis vor große Schwierigkeiten: Bezahlbarer Wohnraum ist knapp, zum Teil handelt es sich um Familien mit drei bis fünf Kindern. Mit zusätzlichen Stunden helfen Grüninger und eine Kollegin, aktiv Wohnungen zu suchen, entsprechende Formulare auszufüllen und Unterstützung zu beantragen – zum Beispiel bei der Wohnungserstausstattung. Auch bei der sozialen und kulturellen Anpassung an Wohnverhältnisse in Deutschland helfen sie.

Das zweite Projekt kommt denjenigen zugute, die sich aktiv auf Jobs bewerben wollen. Das dürften Asylbewerber in der Regel nach einem Jahr – „sie werden zwar nachrangig behandelt, aber weil die Arbeitssituation gerade sehr gut ist, haben immer mehr die Chance auf einen Job“, erzählt Grüninger – eine Perspektive in oft schwierigen Verhältnissen. Um die Asylbewerber fit zu machen, beginnt Mitte Februar ein berufsvorbereitender Deutschkurs in Günzburg. Dort lernen sie in 600 Stunden unter anderem, Bewerbungen zu schreiben und absolvieren Praktika. Auch Asylbewerber aus Neu-Ulm nehmen daran teil.

Begeistert ist Grüninger oft vom Lernwillen der Ankommenden: Zwei 13-jährige Schwestern aus Leipheim beispielsweise würden Medizin studieren wollen und dafür jeden Tag Deutsch pauken. „Sie sind unglaublich motiviert – für sie und andere haben wir in den Sommerferien sogar einen Intensivkurs organisiert.“

 

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