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aus: Donauzeitung vom 05.07.2008, S. 37

Hilfe im Antragdschungel
Soziales
Renate Koch bietet in Lauingen künftig Beratung für Migranten an

von Martin Bachmann
Lauingen Renate Koch berät Menschen, die aus anderen Ländern kommen. Zum Beispiel jenen 32-jährigen Mann aus dem Kosovo. Er wollte sich in Bayern niederlassen. Mit einem Diplom in Biologie in der Tasche. Doch in Deutschland nutzte ihm dieses akademische Zeugnis wenig. Der Mann schuftet derzeit am Band eines großen Lebensmittelunternehmens. Renate Koch berät ihn. Sie überlegt, wie er in seinem Beruf eine Stelle finden könnte. Welche Zusatzqualifikationen er in Deutschland machen könnte, damit sein Diplom doch noch anerkannt wird. Die Mitarbeiterin der Diakonie Neu Ulm unterstützt und hilft ihm bei der Eingliederung in Deutschland. Und genau solche Hilfestellung bietet die Sozialpädagogin künftig auch in Lauingen an. Jeden Freitag von 9 bis 11.30 können Migranten zu ihr in die Sprechstunde ins evangelische Gemeindehaus in der Lauinger Hühlenstr. kommen. Und zwar kostenlos – denn die Stelle von Koch finanziert das Bundesministerium. Bereits seit 1989 arbeitet die Sozialpädagogin in der Beratung für Menschen, die nach Deutschland eingewandert sind. Die Fragen sind meist ähnlich. Ein Beispiel: Wie füllt man einen Antrag aus? Schon die Begriffe machen dabei Migranten viele Probleme, sag Koch: „Zum Beispiel: Bedarfsgemeinschaft“
Viele brächten auch die Bescheide mit, die von den Ämtern an sie geschickt werden: „ Es gibt Leute, die können gar nicht lesen.“ Und manch einer kommt gar mit einem Werbebrief in die Beratung – mit solch einem, in dem den Empfänger hohe Gewinne versprochen werden. „ Die Menschen fragen dann, wo sie das Geld abholen können.“
Mit ihrer Arbeit will Koch den Menschen eine Hilfestellung geben, sich in Deutschland zurechtzufinden. „Sie sollen aber ihre eigenen Wurzeln nicht verlieren.“ Die Pfarrerin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Lauingen, Irene Friedrich, definiert die Migrationsberatung so: „Sie bietet Hilfe und Unterstützung, damit die Menschen mit unserem Gesellschaftssystem vertraut gemacht werden. So können die Menschen hier heimisch werden und ihre Rechte und Pflichten kennen lernen.“
Friedrich sagt, die evangelisch-lutherische Gemeinde stelle gern die Räume zur Verfügung. Denn es sei schließlich auch ein christlicher Auftrag, Menschen Hilfe zukommen zulassen.

I: Renate Koch ist telefonisch unter 0731/7047822 oder 0171/2434059 erreichbar. Sie berät Menschen mit Migrationshintergrund freitags zwischen 9 und 11.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Lauingen, Hühlenstr. 3. 

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