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aus: Günzburger Zeitung vom 31.05.2010, S. 29
Kleiner Nabel der Welt Festival der Kulturen: Freizeitwiese an der Hermann-Köhl-Straße wurde am Wochenende zu einem Ort der Integration. Bunte Multikulti-Veranstaltung lockte zahlreiche Besucher
von Franz-J.Paul Leipheim „Wer zählt die Völker, nennt die Namen“, fragte man mit dem Dichterfürsten Friedrich Schiller auf Leipheims Freizeitwiese an der Hermann-Köhl-Straße. 1300 Gäste waren es, die sich am Wochenende auf dem „Fest der Kulturen“ begegneten. Burkhardt Wagner, Leiter des Büros Soziale Stadt Leipheim, hatte sie eingeladen. Bürgermeister Christian Konrad hieß die ersten 300 fröhlich feiernden Besucher willkommen. Er freute sich, dass das 8. Fest der Kulturen Gäste aus der Güssenstadt und fremden Ländern zusammenführte. Der Bürgermeister griff nicht zu hoch, als er das bunte Unterhaltungsprogramm auf der Freizeitwiese ausgesprochen positiv bewertete. Leipheims Standesamt habe in den vergangenen Jahren 45 verschiedene Nationalitäten registriert und leiste auf kommunaler Ebene so einen „wesentlichen Beitrag zur Völkerverständigung“. Das Kennenlernen von Trachten, Bräuchen und Sitten verschiedener Kulturkreise sei der Anfang, so Konrad. Es respektiere Lebensweisen anderer Länder, leite über zum Leben in Frieden und Toleranz. Wesentliche Hilfe erfahre man durch deutsche Sprachkurse und dem Interesse der Bürgerschaft (mit migrantischem Hintergrund), sich anzupassen an „deutsche Kultur und Lebensweise“. Leipheim - am Wochenende war die Güssenstadt kleiner Nabel der Welt. Wer Augen und Ohren für die Vielfalt der kulturellen Angebote öffnete, wer an 16 Ständen vorbei flanierte, wer unter schützenden Sonnen- beziehungsweise Regenschirmen (vor allem am gestrigen Sonntag wichtig) die Darbietungen auf der Bühne genoss, der erlebte die große Bandbreite der erstmals zweitägigen Multikulti-Veranstaltung.
Programm läuft 2012 aus Ein Grund für die Ausweitung, so Organisator Wagner, sei die gewünschte, bessere, eigene finanzielle Ausstattung. Das Programm „Soziale Stadt Leipheim“ laufe voraussichtlich 2012 aus. Es könne angesichts klammer kommunaler Kasse bestimmt nicht voll von der Stadt übernommen werden, kündigte Bürgermeister Konrad eine anstehende Aussprache im Stadtrat an. Laut Wagner verteilen sich die Fixkosten von etwa 7000 Euro auf zwei Tage. Er hoffte auf 5000 Euro Einnahmen durch Standinhaber, Firmenwerbung und Kuchenspender. Am Samstag pünktlich um 13 Uhr eröffnet, folgte vier Stunden lang auf der überdachten Bühne das kurzweilige Showprogramm. Bunt gekleidete Mädchen aus dem Türkischen Kulturverein Günzburg-Leipheim tanzten ostanatolische Volkstänze, Guang Long gab einen Einblick in fernöstliche Verteidigungskünste, Habib und Hamadou entpuppten sich, wie verheißen, als „löwenstarke Trommler“ von der Elfenbeinküste. Nachhaltigen Eindruck hinterließ der sechsjährige Andreas, der auf der Geige spielte, was das Zeug hielt. Zusammen mit seinen Eltern vom Kulturverein Klic stellte er tschechische Weisen vor. Die in Heidenheim ansässige Tanzgruppe Onton strich mehrfach Beifall ein für typisch fernöstliche Beiträge. Franziskanerschwester Maria Elisabeth Marschalek sprach für ihre Buben und Mädchen aus dem Kinderheim St. Klara Gundelfingen. Sie bewunderte die Darbietung des Kinderzirkus Mima. „Prima, wir kommen nächstes Jahr wieder“, war sie am Ende voll des Lobes. Die Big Band Nersingen unter der Leitung von Thomas Sälzle begeisterte nach der Samstagpremiere gestern wieder mit internationaler Jazzmusik. Kaum einer der Besucher verließ das Fest der Kulturen, ohne die leckeren Speisen aus den Küchen an der Straße zu kosten. Tschechische Buchtys, thailändische Frühlingsrollen und venezolanische Pinchos verlockten ebenso zum Hineinbeißen wie die schwäbischen Obstkuchen. Gern gekostet wurde landestypischer Cocktail aus der vom Erdbeben verwüsteten Dominikanischen Republik. Gern getrunken wurden auch die Produkte einer im Landkreis beheimateten Brauerei.
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