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aus: Neu-Ulmer Zeitung vom 11.02.2008
Menschliche Wärme und christliche Barmherzigkeit Diakonie Festgottesdienst und Feier zum 90-jährigen Bestehen
Neu-Ulm „Machen Sie weiter so!“ rief Oberbürgermeister Gerold Noerenberg den haupt- und ehrenamtlichen Helfern zu. „Ohne Sie wäre es in unserer Stadt wesentlich kälter.“ Und die stellvertretende Landrätin Rosl Schäufele stellte unter Beifall fest: „Sie machen eine wichtige Arbeit für unsere Gesellschaft.“ Die so Ermunterten und Gelobten waren die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter der Neu-Ulmer Diakonie, die am Sonntag mit einem Festgottesdienst in der Petruskirche und einer Festveranstaltung im Petrussaal den 90. Geburtstag der Organisation feierten, die soziale Arbeit im Namen und Auftrag der evangelischen Kirchen leistet. Der ehrenamtliche Geschäftfsführer Dieter Wegerer erinnerte daran, wie es nach dem 2. Weltkrieg wieder begann. Damals hatten sich 490 Mitglieder unter dem Dach der Diakonie eingefunden und sich für einen Jahresbeitrag drei Mark eine Woche kostenlose Pflege durch die Diakonissenschwestern eine Mark. Eine Pflege rund um die Uhr kostete 2,50 Mark. Das allerdings im Gegensatz zu heute nur für die medizinische Betreuung. An der Geschichte in der Nachkriegszeit ließ sich aber auch die Entwicklung der Inflation nachvollziehen. Bis 1987 gab es in Neu-Ulm nur zwei Diakonissen, die sich um Kranke und Bedürftige kümmerten. Danach traten ausgebildete Krankenschwestern an ihre Stellen. Heute beschäftigt das Diakonische Werk 15 Krankenschwestern und Altenpflegerinnen sowie eine Verwaltungskraft. Getragen wird die Hilfsorganisation von zwei eingetragenen Vereinen für die ehrenamtliche wie die hauptamtliche Arbeit. Vorsitzende ist jeweils die Dekanin Gabriele Burmann. Sie konnte anlässlich des Festes zwei ihrer Vorgänger, die Dekane Klaus Peter Schmid, der heute im Oberammergau lebt, und Jürgen Mehl (Nürnberg) begrüßen. Auch die Frau von Dekan Klaus Diegritz war zur Feier erschienen. Vom früheren Pflegepersonal wurde Schwester Johanna aus dem Augsburger Mutterhaus begrüßt, die ihre 90 Jahre alte Kollegin Schwester Magdalene vertrat, die 37 Jahr in Neu-Ulm arbeitete. Auch Christa Best, die Nachfolgerin von Magdalene war gekommen und wurde von der heutigen Pflegdienstleiterin Ilse Rautenberg begrüßt, die sie vor wenigen Jahren ablöste.
In dem vorangegangenem Gottesdienst hatte Dekanin Gabriele Burmann an das „große Töten und die Leiden des 1. Weltkriegs“ und die Zeit, in der die Diakonie in Neu-Ulm gegründet wurde, erinnert. „Wir loben Gott, der den Menschen die Augen geöffnet hat für die Not“, sagte sie. Sie dankte auch für die Menschen, die mit Herz und Hand geholfen haben und noch helfen. „Einen Christen macht die Barmherzigkeit aus und das Leiden wird zur Aufgabe der Mitmenschen.“ Das Leiden verbinde aber auch die Menschen mit Jesus Christus, betonte die Dekanin. Rund 150 Neu-Ulmer und Gäste nahmen an den Feiern der Diakonie am Sonntag teil, die auch ein gemeinsames Mittagessen einschlossen. Besonders geehrt wurde Dieter Wegerer aus Nersingen, der seit 30 Jahren ehrenamtlich Geschäftsführer des Vereins für evangelische Gemeindediakonie und Neu-Ulm ist.
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