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aus: Neu-Ulmer Zeitung vom 14.05.2013

Im blauen Käfer unterwegs zu den Bedürftigen

Horst Große war vor 50 Jahren der erste Sozialarbeiter der Bezirksstelle Neu-Ulm

Horst_Grosse_2013

Horst Große der erste Sozialarbeiter des Diakonischen Werks in Neu-Ulm.

Ein kleiner blauer Käfer – das war das Dienstfahrzeug, mit dem der erste Wohlfahrtspfleger des Diakonischen Werks Neu-Ulm, Horst Große, vor 50 Jahren unterwegs gewesen ist. Doch nicht nur die Diakonie feiert dieses Jahr einen runden Geburtstag, auch Große wurde erst vor Kurzem 80 Jahre alt. Inzwischen genießt er seinen Ruhestand – die Zeit beim Diakonischen Werk möchte er aber nicht missen.

Im Alter von 30 Jahren wechselte der gebürtige Duisburger 1963 von der Jugendhilfeabteilung der Stadtmission Nürnberg nach Neu-Ulm, weil er eine Stelle mit mehr Eigenverantwortung wollte, wie er selbst sagt. Neu-Ulm war auf Dekanatsebene für die Diakonie zu dieser Zeit noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Das Diakonische Werk dort wurde auf Initiative von Dekan Klaus-Peter Schmid ins Leben gerufen.

Selbst das Pfarrhaus in der Martin-Luther-Straße musste erst gebaut werden und war bei Großes Ankunft noch nicht ganz fertiggestellt. Also musste dieser übergangsweise in ein kleines Zimmer im alten Dekanatsgebäude ziehen, wo er vier Wochen lang auf einer Luftmatratze schlief. Außerdem befanden sich in dem Zimmer neben ein paar Umzugskisten mit „Junggesellen-Sachen“ noch ein Schreibtisch und eine Schreibmaschine. „Das war mein Büro“, erzählt er und fügt hinzu: „Ich habe praktisch bei Null angefangen. Es war nichts da außer einem Krankenpflegeverein.“

Der Dekanatsbezirk Neu-Ulm erstreckt sich über drei Landkreise: Neu-Ulm, Günzburg und Dillingen. Trotzdem arbeitete der Wohlfahrtspfleger - das war früher die Berufsbezeichnung für den heutigen Sozialpädagogin - zu Beginn als Ein-Mann-Betrieb und war somit nicht nur Sozialarbeiter, sondern auch Geschäftsführer der Bezirksstelle. Er berichtet: “ Am Anfang macht man alles, wie es kommt, selber. Dann muss man sich überlegen, was kann ich noch selbst machen und wo brauche ich Personal. Und so hat sich alles entwickelt.”

Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Aufgabenbereiche dazu

Die ersten Aufgabenschwerpunkte waren die Nichtsesshaftenhilfe, die Straffälligenhilfe  in der  Justizvollzugsanstalt Neu-Ulm sowie Erholungsmaßnahmen für Kinder, Mütter und Senioren. Schon nach kurzer Zeit kamen zum Beispiel die Betreuung der griechischen Gastarbeiter, später die Übernahme von Vormundschaften und die Suchtberatung dazu. Große war auch am Aufbau der Sozialstation und der Telefonfürsorge beteiligt. Außerdem war er Sprecher der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft, einem Zusammenschluss aller Sozialverbände. “ Es gab kein unschönes Konkurrenzdenken”, sagt er und erinnert sich daran, dass er immer ein Fräulein Moser von der Caritas in seinem blauen Käfer mitgenommen hat, wenn sie beide zufällig in die gleiche Stadt mussten. “Das war ganz  nett”, meint er und lächelt.

1998 ging der Wohlfahrtspfleger im Alter von 65 Jahren in den Ruhestand. Das Diakonische Werk hatte zu dieser Zeit knapp 50 Mitarbeiter. Jetzt verbringt Große, der vor seiner Tätigkeit als Sozialarbeiter Gärtner war, die meiste Zeit im Grünen. Er hat einen 1500 Quadratmeter großen Garten mit Gewächshaus und baut sein Gemüse auch mit 80 Jahren immer noch selbst an.


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