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Presse-Information Suchtberatung 14.10.2017

Renate Janik, die Leiterin der Suchtberatung geht in den Ruhestand

Nach 35 Jahren als Leiterin der Suchtberatungsstelle Neu-Ulm und nach 40 Jahren Suchtarbeit geht Renate Janik im September 2017 in den wohlverdienten Ruhestand. Als Dipl. Psychologin, psychologische Psychotherapeutin mit mehrfachen therapeutischen Zusatzausbildungen hat sie die Suchthilfe im Landkreis Neu-Ulm maßgeblich vorangebracht und geprägt.

Im Jahr 1980 wurde die Psychosoziale Beratungsstelle für Suchtfragen als ökumenische Stelle mit der Hauptstelle in Neu-Ulm in Trägerschaft der Diakonie und einer Außenstelle in Günzburg in Caritas-Trägerschaft ins Leben gerufen. Zielgruppe waren Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängige sowie deren Angehörige.

Seit 1982 leitet Frau Janik die Stelle, die zunächst über viele Jahre hinweg mit Frau Janik als Diplom Psychologin, zwei Diplom Sozialpädagoginnen und einer Verwaltungskraft – jeweils zu 100 % - besetzt war.

Bei ihrem Einstieg brachte Frau Janik ihre mehrjährige Erfahrung im stationären Suchtbereich in ihre Arbeit ein. Sie hat die Suchtberatungsstelle in Neu-Ulm stetig weiter entwickelt und konzeptionell und durch die Schaffung neuer Stellen vorangebracht. Neue Entwicklungen im Suchtbereich hat sie mit angestoßen und auch überregional mitgestaltet. So hat sie viele Jahre im Fachausschuss der evangelischen Suchtkrankenhilfe in Bayern aktiv und innovativ mitgearbeitet. Als eine der ersten hat sie die Durchführung der ambulanten Rehabilitation als Alternative zur stationären Rehabilitation vorangetrieben. Die Suchtberatung Neu-Ulm gehörte zu den ersten Beratungsstellen, die eine Anerkennung der Deutschen Rentenversicherung als Behandlungsstätte für die ambulante Rehabilitation von Abhängigkeitserkrankten vorweisen konnten.

Frau Janik hat dafür gesorgt, dass das Diakonische Werk Neu-Ulm als ernstzunehmender Partner im Suchthilfesystem der Region gesehen wird. Bei den Suchtkonferenzen 1994/1995 in Ulm und der anschließenden Umsetzungsphase wurde auf Betreiben von Frau Janik die Suchtberatung Neu-Ulm in Person von Frau Janik einbezogen. Ein Ergebnis war 1999 die Eröffnung des bundesländer- und trägerübergreifenden Kontaktladens „Exit“ in Ulm mit Zuständigkeit für den Bereich Ulm und Neu-Ulm unter Leitung des Diakonischen Werkes Neu-Ulm. Zwei 50-% Streetworkerstellen in Illertissen und Vöhringen wurden ebenfalls geschaffen und dem Kontaktladen zugeordnet.

Nach Schließung des Kontaktladens wurden im Jahr 2003 beim Diakonischen Werk getrennte Strukturen für die Beratung von Alkohol- und Drogenabhängigen geschaffen.

Seitdem konzentrierte sich die Psychosoziale Beratungsstelle ganz auf den „legalen Suchtbereich“.

Seit 2004 gelten neue Förderrichtlinien des Bezirks Schwaben. Grundlagen der Arbeit sind eine Leistungsbeschreibung und jährliche Zielvereinbarungen. Bei der Entwicklung der Leistungsbeschreibung für die Suchtberatungsstellen in Bayern hat Frau Janik als eine Vertreterin der Suchtberatungsstellen mitgewirkt.

Seit 01.10.2007 wurde die Stelle in „Suchtberatung Neu-Ulm“ umbenannt.

Es war Frau Janik immer ein Anliegen, neue Zielgruppen anzusprechen und spezifische, bedarfsgerechte Angebote zu schaffen.

Im Bereich Glücksspielsucht hat Frau Janik die Zeichen der Zeit frühzeitig erkannt und für die Suchtberatung Neu-Ulm den Zuschlag für eine von 20 Projektstellen im Bereich Glücksspielsucht erhalten. Die Fachstelle Glücksspielsucht hat sich hervorragend entwickelt und wird nach wie vor von den Hilfesuchenden sehr gut angenommen. 

Auch die Bedeutung des Themas „Sucht im Alter“ hat Frau Janik frühzeitig verstanden, in der Öffentlichkeit und in den Gremien des Gemeindepsychiatrischen Verbundes Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema geschaffen und breite Unterstützung für eine diesbezügliche Personalaufstockung erhalten. Nach jahrelanger Überzeugungsarbeit wurde vom Bezirk Schwaben eine 50%-Sozialpädagogenstelle für dieses Arbeitsgebiet bewilligt und seit 01.08.2017 besetzt.  

Die Suchtberatung war für sie immer ein sehr spannendes, buntes, vielschichtiges Arbeitsfeld, das das ganze Spektrum der menschlichen Möglichkeiten bereithält. Am wichtigsten war ihr dabei immer die Begegnung mit den Menschen, den Klientinnen und Klienten, den Kolleginnen und Kollegen und den Kooperationspartnern gewesen.

Die Suchthilfe hat sich in den letzten Jahrzehnten, die sie im Raum Neu-Ulm mitgestaltet hat, stetig weiter entwickelt. Renate Janik hat viele Entwicklungen voranbringen können. Sie hat es sehr genossen, im Team zu arbeiten und miteinander an den vielfältigen Herausforderungen zu wachsen. Am meisten am Herzen lag ihr nach wie vor ein professioneller, wertschätzender Umgang mit Menschen, die eine Sucht und damit verbundene Problemstellungen entwickelt haben. Diese Menschen haben darüber hinaus noch viele andere Seiten und sind wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft.

Renate Janik war in ihrer Tätigkeit als Psychologin und Psychotherapeutin im Laufe der Jahre unzählig vielen Menschen eine Ansprechpartnerin und eine Stütze. Im Rahmen der ambulanten Rehabilitation begleitete sie viele Klienten und Klientinnen auf ihrem Weg mit und aus der Sucht.

Von ihrer therapeutischen und suchtspezifischen Kompetenz, stets orientiert an aktuellen wissenschaftlichen Standards, profitierten nicht nur die hilfesuchenden Klienten und Klientinnen, sondern auch ihr Team und alle Kooperationspartner. Renate Janik war ein Modell für ihre Mitarbeiter und das in vielerlei Hinsicht. Ihre Integrität, Loyalität, Beharrlichkeit, Strukturiertheit, ihr Sinn für Gerechtigkeit und nicht zuletzt ihr freundliches Wesen bestimmten ihre Arbeitshaltung und ihren Führungsstil. Renate Janik förderte und forderte ihre Mitarbeiter gleichermaßen und ermöglichte es jedem einzelnen, sich innerhalb einer angenehmen und konstruktiven Team- und Arbeitskultur zu entwickeln und zu verwirklichen. Das Team und das gesamte Diakonische Werk Neu-Ulm bedauern den Weggang von Renate Janik sehr, auch wenn ihr natürlich ein schöner Ruhestand gewünscht wird. Sie war eine bewunderte und sehr geschätzte Chefin und Kollegin.

Karola Steiger und das Team der Beratungsstelle

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