Diakonisches Werk Neu-Ulm e.V.
Eckstraße 25
89231 Neu-Ulm
fon: 0731-70478-0
fax: 0731-70478-66
verwaltung@diakonie-neu-ulm.de
Spendenkonto:
Sparkasse Neu-Ulm/ Illertissen
Konto: 430 005 264
BLZ: 730 500 00
SPENDEN Sie hier ONLINE...

Impressum I Kontakt I  Home

aus: Sonntagsblatt, Nr. 41 vom  12.10. 2008, S. 11

Am Computer das Essen vergessen
Die neu eingerichteten Fachstellen Glücksspielsucht der Diakonie haben großen Zulauf

Die neuen Beratungsstellen für Glücksspielsüchtige verzeichnen großen Zulauf.
In manchen Städten sei der Andrang lawinenartig, sagte der Geschäftsführer der Landestelle Glückspielsucht, Andreas Czerny, dem epd. Ohne große Werbung hätten viele Betroffene den Weg in die neuen Beratungsstellen gefunden. Die Online-Sucht werde in den nächsten Jahren ein großes Thema werden.  In seiner Beratungstätigkeit habe er es mit Männern zu tun gehabt, die am Computer vergessen hätten zu essen, sagt Czerny. Sie saßen 17 bis 18 Stunden vor dem Bildschirm und hatten Hornhaut an den Fingern von der Tastatur.
In den vergangenen Wochen sind in 19 bayrischen Städten die neuen Fachstellen Glücksspielsucht entstanden. Sie sind jeweils mit einer Halbtagskraft ausgestattet. Die Stelle in der Stadtmission in Nürnberg hat eine Ganztagsstelle bekommen. Wie im Glücksspielstaatsvertrag festgelegt, stelle das bayerische Gesundheitsministerium in den kommenden vier Jahren acht Millionen Euro für die Arbeit der Fachstellen, die Fortbildung der Mitarbeiter und die wissenschaftliche Erforschung der Spielsucht zur Verfügung, heißt es im Ministerium.
Bereits 14 Klienten kommen in die neue Beratungsstelle der Diakonie in Neu-Ulm, sagt der Diplomsozialpädagoge Stefan Becker. Dass sie unter einer schwerwiegenden Krankheit leiden, sehen Spielsüchtige nur schwer ein, hat er beobachtet. Dabei rutschten die Betroffenen sehr schnell ins soziale Abseits, wenn ihre Gedanken nur noch um das Gewinnspiel kreisten. Oft würden Schulden bis zu 50 000 Euro angehäuft. Becker will sich in der Fachstelle auch um die Angehörigen der Süchtigen kümmern, die ebenfalls stark unter Druck stünden.

Lesen Sie hier weitere Presseartikel!