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aus: Sonntagsblatt, Nr. 41 vom 12.10.2008 Augsburg und Schwaben, S.13
Risiko: Glücksspiel Neue Suchtberatungsstelle bei der Diakonie in Neu-Ulm Dass sie unter einer schwerwiegenden Krankheit leiden, sehen Spielsüchtige nur schwer ein, diese Erfahrung hat der Diplomsozialpädagoge Stefan Becker gemacht. Seit Kurzem ist er Mitarbeiter der neu geschaffenen Beratungsstelle für Glücksspielsucht unter dem Dach der Diakonie in Neu-Ulm. Auf dem Nachhauseweg noch schnell in den Spielsalon, vor den bunten Lichtern ein wenig abschalten – so harmlos kann beginnen, was manche Betroffenen schnell ins soziale Abseits treibt, wenn ihre Gedanken nur noch um das Gewinnspiel kreisten. Manchmal wurden Schulden bis zu 50 000 Euro angehäuft. Becker will sich in der Fachstelle auch um die Angehörigen der Süchtigen kümmern, die ebenfalls stark unter Druck stünden. 14 Klienten hat die neue Beratungsstelle in Neu-Ulm bereits, so Becker. Die Stelle ist eine von 19, die in den vergangenen Wochen in Bayern entstanden sind. Sie verzeichnen großen Zulauf, sagt der Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspielsucht, Andreas Czerny. In manchen Städten ist der Andrang lawinenartig. Ohne große Werbung hätten viele Betroffene den Weg in die neuen Beratungsstellen gefunden. Die neuen Fachstellen Glücksspielsucht sind jeweils mit einer Halbtagskraft ausgestattet. In Memmingen hat die Arbeiterwohlfahrt eine Beratung übernommen, in Augsburg die Caritas. Hier sei die Stelle aber noch nicht besetzt, so Pressesprecher Bernhard Gattner. Wie im Glücksspielstaatsvertrag festgelegt, stelle das bayerische Gesundheitsministerium in den kommenden vier Jahren acht Millionen Euro für die Arbeit der Fachstellen, die Fortbildung der Mitarbeiter und die wissenschaftliche Erforschung der Spielsucht zur Verfügung, heißt es im Ministerium.
Die Fachstelle Glücksspielsucht bei der Diakonie in Neu-Ulm ist erreichbar unter (0731) 7047850 oder suchtberatung@diakonie-neu-ulm.de
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