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aus: Südwestpresse vom 05.03.2010

Den Alltag besser meistern

Illertissen.
Ein sozialpsychiatrisches Zentrum sowie Drogen- und Suchtberatungsangebote der Diakonie Neu-Ulm sind in der Stadt Illertissen zusammengefasst. Gestern ist die neue Einrichtung vorgestellt worden.
Johannes Egi lebt in einer Einrichtung für ambulant betreutes Wohnen für psychisch kranke Menschen in Illertissen. Seit zwei Wochen kommt er regelmäßig ins neu eröffnete sozialpsychiatrische Zentrum. "Hier gefällt mir das ganze Drumherum und man kommt in Kontakt mit anderen Menschen," sagt er. "Sonst würde ich mich wohl überwiegend in meiner Wohnung aufhalten, und das ist auch nicht so das Wahre." Gestern stand er in der großzügig gestalteten, hellen Tagesstätte in der Küche und kochte Gemüsesuppe für die zahlreichen Besucher, die zum Tag der offenen Tür gekommen sind. Das tägliche Betreuungsangebot der Diakonie Neu-Ulm ist eines von mehreren Angeboten, die nun alle in einem Haus untergebracht sind.
"Die einzelnen Stellen waren früher über den ganzen Ort verteilt, nun kann die Zusammenarbeit gefördert werden, und die Wege sind kürzer", sagt Corinna Deiniger, Abteilungsleiterin für Sozialpsychiatrie bei der Diakonie Neu-Ulm. So sind im ersten Stock die Büros der Mitarbeiterinnen der Einrichtung ambulant betreutes Wohnen untergebracht, die im Moment etwa 25 psychisch kranke Menschen regelmäßig besuchen und ihnen das Alltagsleben erleichtern. "Die Hilfe ist individuell ganz verschieden und reicht von putzen, beraten bei Behördengängen, zum Arzt begleiten bis zur Krisenintervention und der Unterstützung der Familie."
Auch das Angebot der Suchtberatung Neu-Ulm ist vom bisherigen Domizil neben dem Rathaus in die neuen Räumlichkeiten umgezogen und ausgebaut worden: Diplom-Sozial-Pädagogin Bettina Angele bietet ab sofort montags und donnerstags ganztägig Einzel- und Gruppengespräche für Erwachsene an. Betroffene und Angehörige sollen erreicht werden. Einmal pro Woche sind zusätzlich Treffen in einer Informations- und Orientierungsgruppe vorgesehen. "Der Bedarf an Beratung ist da, wir hatten die Kapazitäten aber bisher nicht", sagt Renate Janik, Leiterin der Suchtberatungsstelle der Diakonie Neu-Ulm.
Die Drogenberatung Drob Inn bietet montags am Nachmittag eine offene Sprechstunde. Das Angebot richtet sich an Erwachsene wie auch an Jugendliche und beinhaltet Streetwork. "Da geht viel über Vertrauen", sagt Holger Rühl, der täglich im neuen Büro anzutreffen sein wird. "Oft ist aber ein Gespräch mit Eltern und Kind sinnvoll." Weitere wöchentliche Sprechstunden übernehmen der sozialpsychiatrische Dienst der Caritas und die Psychiatrische Institutsambulanz des Bezirkskrankenhauses Günzburg.

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