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aus: Südwest Presse vom 08.02.2014 von Chirin Kolb
 

Schutz vor Obdachlosigkeit
 

Wenn Mietschulden sich häufen, hilft die Präventionsstelle für Wohnraumerhalt, die Obdachlosigkeit zu verhindern. Die Stelle feiert ihren Ausbau.

Neu-Ulm. Zu Susanne Deininger kommen Menschen, die Mietschulden haben. 297 waren es seit Sommer 2011, seit Susanne Deininger in der Präventionsstelle für Wohnraumerhalt arbeitet. 152 von ihnen waren akut von Zwangsräumung bedroht. In 70 Prozent der Fälle konnte mit Deiningers Hilfe die Obdachlosigkeit vermieden werden.
Eine Erfolgsquote von 70 Prozent - "das ist eine ganz große Leistung", lobte der stellvertretende Landrat Herbert Pressl in der Feier zur Ausweitung der Präventionsstelle. Neben dem Standort in Neu-Ulm gibt es nun auch Büros in Senden und Illertissen (siehe Info-Kasten). Vertreter der Träger Diakonie und Caritas sowie von Kommunen aus dem Landkreis waren zur Feier mit Segnung durch Dekanin Gabriele Burmann und Dekan Markus Mattes ins Johanneshaus gekommen.

Dass es diese Feier je geben würde, hätte der Neu-Ulmer Bürgermeister Gerhard Hölzel kaum für möglich gehalten. Denn die Ausweitung der Präventionsstelle auf drei Standorte und die Aufstockung von einer halben auf zwei volle Stellen war nur möglich, weil der Landkreis die Finanzierung übernommen hat. "Ich war skeptisch, ob das gelingen würde", gab Hölzel zu. Die Landkreisgemeinden gaben dazu ihr Ja.

Vorreiter war die Stadt Neu-Ulm. Sie unterstützte die Diakonie 2011 beim Aufbau der Präventionsstelle, die zunächst vor allem über Projektmittel des bayerischen Sozialministeriums finanziert wurde. In Städten trete drohende Wohnungslosigkeit stärker auf als in kleinen Gemeinden, sagte Hölzel. Diakonie-Geschäftsführerin Sigrun Rose dankte Hölzel, der Stadtverwaltung und den Stadträten für ihre Unterstützung von Anfang an.

Der Wohnungsmarkt in Ulm/Neu-Ulm sei sehr angespannt, gerade bei günstigen Wohnungen, sagte Heike Bayer von der Diakonie. Vize-Landrat Pressl bezifferte den Bedarf an neuen Wohnungen im Landkreis bis zum Jahr 2025 auf 4300. Dies liege daran, dass Menschen in die Region zuziehen, dass immer mehr Eigentümer ihre Wohnungen nicht vermieten, dass die Zahl von Single-Haushalten steigt. In der Stadt Neu-Ulm sorge vor allem die städtische Wohnungsgesellschaft Nuwog für günstigen Wohnraum, sagte Hölzel. Mehr als 120 Sozialwohnungen würden so in nächster Zeit gebaut.

Die Gründe für Mietschulden seien vielfältig, berichtete Heike Bayer. Trennung, Jobverlust, familiäre Probleme, psychische Krankheit, Überforderung - das alles könne dazu beitragen, dass Menschen ihre Miete nicht mehr pünktlich zahlen. Die Präventionsstelle vermittle zwischen Mieter und Vermieter, helfe beim Ausfüllen von Anträgen, organisiere weitere Unterstützung. Auch Vermieter seien dankbar dafür: "Vermieter wollen niemanden obdachlos machen."

Drei Beratungsstellen im Landkreis Neu-Ulm

Ansprechpartner
Die Präventionsstelle für Wohnraumerhalt steht seit 1. Januar unter ökumenischer Trägerschaft von Diakonie und Caritas. Sie ist Ansprechpartner für Menschen mit Mietschulden und für Vermieter. Im Landkreis gibt es drei Standorte:

Neu-Ulm Susanne Deininger ist schon seit 2011 tätig. Sie hat ihr Büro in der Eckstraße 25 (Diakonie),
Tel. (0731) 704 78 42, Email s.deininger@diakonie-neu-ulm.de

Senden Volker Witt hat sein Büro im Rathaus Senden. Tel. (0173) 248 68 48,
Email volker.witt@caritas-neu-ulm.de

Illertissen Erwin Thoma sitzt im Benefiziatenhaus, Hauptstraße 16, Tel. (0731) 970 95 70,
Email erwin.thoma@caritas-neu-ulm.de

Diakonisches Werk
Neu-Ulm e.V.

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89231 Neu-Ulm
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