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aus: Südwest Presse vom 09.11.2015 von Inge Sälzle-Ranz
 

Hilfe gegen die Sucht

Wer zu ihr kommt, kann Hilfe wegen seiner Sucht erwarten - ohne auf irgendeine Art bewertet zu werden. Sie will eine Vertrauensperson sein: Pia Mang, die neue Drogenberaterin im Drob Inn in Illertissen.

Pia Mang
Die Schultüte soll stets die beste Tüte bleiben, meint
Pia Mang, Illertissens neue Drogenberaterin.

Foto: Iris Sälzle-Ranz

Ein bisschen hat sie sich schon eingearbeitet - in ihrem neuen Büro in der Robert-Koch-Straße 2 in Illertissen. Einige Akten hat sie gelesen, auch viele Gespräche geführt mit den Menschen, die wegen Drogenmissbrauchs in Schwierigkeiten geraten sind. Seit dem 1. Oktober ist Pia Mang die neue Beraterin im Drob Inn, der Drogenberatung der Diakonie Neu-Ulm. Ihre ersten Erfahrungen sieht sie positiv: Es seien auch schon Drogenkonsumenten gekommen, die zuvor regelmäßig mit ihrem Vorgänger Holger Rühl in Kontakt waren. "Das ist gut so, denn oft brechen solche Kontakte bei einem Wechsel in der Beratungsstelle erst mal ab", freut sie sich. Die 26-Jährige will jetzt zunächst dafür sorgen, dass man sie auch kennt - und dann bei Bedarf zu ihr als Ansprechpartnerin findet.

Pia Mang kommt aus Memmingen, hat in Nürnberg soziale Arbeit studiert und dort während eines Praxissemesters auch schon in einer Drogenberatung gearbeitet. Ihre erste Arbeitsstelle nach dem Abschluss des Bachelor-Studiums hat sie nach Kempten zur Caritas geführt. Dort war sie in der allgemeinen Sozialberatung und Schuldnerberatung eine Art Erstanlaufstelle bei dringenden sozialen Problemen: Wie geht es weiter, wenn das Geld fehlt? Wenn der Rausschmiss aus der Wohnung droht? Wenn der Strom abgedreht wird? Welche finanziellen Unterstützungen gibt es, wie kommt man an sie ran? Schon in dieser Position war ihr wichtig: "Man muss den Leuten das Gefühl geben, sie können hierher kommen, ohne sie zu bewerten."

Mit dem Thema Suchtberatung hat sie sich im Studium bereits stark auseinandergesetzt. Es ist daher kein Zufall, dass sie die Stellenausschreibung in Illertissen angesprochen hat. Sie macht ihre Arbeit gern, das kommt im Gespräch deutlich heraus. Sie möchte den Menschen, die zu ihr kommen, aus ihrer eingefahrenen Situation heraus helfen. Manchmal sei das ganz schön schwierig. "Bei so manchem denke ich, wie ist es dir bloß gelungen, so lange durchzuhalten?", sagt sie und bezeichnet es als großen Erfolg, wenn die betreffende Person durch ihre Hilfe wieder eine Perspektive für den Alltag gefunden hat. Sandra Heinzelmann, die bei der Diakonie Neu-Ulm die Drogenberatung leitet, ergänzt: "Wir freuen uns beispielsweise, wenn unsere Arbeit dahin geführt hat, dass jemand mit Substitution ein geregeltes Leben führen kann."

Um möchlichst viele Kontakte in Illertissen außerhalb des Drob Inn aufzubauen, hat Pia Mang zunächst vor, freitags regelmäßig den Jugendtreff aufzusuchen. Sie will den Fokus dabei wieder mehr auf die Einsteiger legen, bietet auch den Schulen Präventionsarbeit an. Drogenkonsumenten, die schon länger mit ihren Problemen kämpfen, kommen oft zwangsweise in ihre Sprechstunden: weil die Eltern oder Freunde drängen, weil der Führerschein weg ist, weil sie Konflikte mit der Polizei oder mit dem Gericht hatten.

Nach wie vor gelte in Illertissen: Die Drogenszene spiele sich nicht in der Öffentlichkeit, sondern im privaten Umfeld ab. Und dann zeige sich auch im Illertal eine allgemein auftauchende Entwicklung: Drogen, die im Internet bestellt werden können, nähmen zu. Die so genannte Legal Highs würden immer mehr zu einem Problem, mit dem die Drogenberater Arbeit bekommen.

Zusatzinfo

Drogenberatung ist schon ab einem Alter von 14 Jahren möglich

Offene Sprechstunde: Dienstags von 14 bis 16 Uhr ist offene Sprechstunde im Drob Inn in Illertissen, das heißt, man kann ohne vorherige Anmeldung einfach vorbei kommen. Für andere Termine Anmeldung unter Telefon (07303) 90 28 40, Fax (07303) 90 28 41, Mobil (0170) 636 08 34 oder per E-Mail an die Adresse: Drob-Inn@diakonie-neu-ulm.de .

Stadt zahlt mit: Die Drogenberatungsstelle Drob Inn in Illertissen, Robert-Koch-Straße 2, ist eine Einrichtung der Diakonie Neu-Ulm. Finanziert wird sie zu 75 Prozent vom Bezirk Schwaben, zu 25 Prozent von der Stadt Illertissen. Holger Rühl hat sie bis vor kurzem geleitet, er hat sich jetzt jedoch beruflich anders orientiert. In den ersten Jahren seiner Arbeit in Illertissen hatte Rühl nur eine 75-Prozent-Stelle, die musste aber auf 100 Prozent aufgestockt werden, weil die Probleme mit Drogen zunahmen.

Beratung ab 14 Jahren: Auch in Senden, Vöhringen und Neu-Ulm beteiligen sich die Städte an der Finanzierung der Drogenberatung. Dadurch ist eine Beratung bereits ab 14 Jahren möglich. Allerdings gibt es in Senden nur eine Halbtagsstelle, in Vöhringen eine 75-Prozent-Stelle.

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