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aus: Südwestpresse vom 11.03.2013

 

Helfer für Asylbewerber –
Diakonie Neu-Ulm setzt auf Sprachkurse

 

Die Zahl der Asylbewerber hat sich 2012 verdreifacht. Für die Diakonie Neu-Ulm hat sich damit auch alles verdreifacht: Arbeit, Kosten, Aufwand, Sorgen.

Der arabische Frühling hat Neu-Ulm längst erreicht. Dreimal mehr Asylbewerber und Flüchtlinge zählte die Stadt 2012. Eine besondere Herausforderung bedeutet dies für die Diakonie Neu-Ulm. Sie betreut fünf Asylunterkünfte in Neu-Ulm, Leipheim, Edelstetten, Zusamaltheim und Höchstädt.

Bei einen Pressegespräch berichteten Sigrun Rose und Sigrun Grüninger über ihre Arbeit bei der Diakonie. Das Personal wurde um eine Teilzeitkraft aufgestockt und Sigrun Grüninger arbeitet 27 statt 20 Stunden in der Woche. Doch das reicht immer noch nicht, um die Mehrarbeit zu bewältigen. Viele Überstunden sammeln sich an. Die Diakonie braucht noch viele ehrenamtliche Helfer, vor allem in Neu-Ulm.

Sigrun Grüninger: "In den Unterkünften in Edelstetten und Zusamaltheim haben wir viele Unterstützer, weil hier Familien untergebracht sind. Die Hilfsbereitschaft seitens der Nachbarschaft ist enorm. Ein Problem haben wir in Neu-Ulm. Denn hier leben nur Männer, und wir bräuchten dringend Helfer, die den Asylbewerbern die deutsche Sprache beibringen."

Die Ehrenamtlichen begleiten die Asylbewerber zu Arztterminen, helfen den Kindern bei den Hausaufgaben oder übernehmen Fahrdienste. In der Neu-Ulmer Asylunterkunft an der Eckstraße sind derzeit 60 Männer untergebracht. Sie kommen aus Syrien, Pakistan, Afghanistan und Afrika. Alle sollen Deutsch lernen, doch teils sind die Kurse überbelegt. "Die Leute haben teilweise ein hohes Bildungsniveau. Sie sind gerade am Anfang sehr ehrgeizig", sagt Sigrun Grüninger. Einer helfe ehrenamtlich in einer Tagesstätte für psychisch Kranke, um sein Deutsch zu verbessern.

"Da die Asylbewerber nach einem Jahr Aufenthalt in Deutschland arbeiten dürfen, müssen sie so schnell und gut wie möglich die Sprache lernen, um eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben", berichtet sie. Deshalb bietet die Diakonie einen speziellen Deutschkurs an. Er dauert ein halbes Jahr und vermittelt berufsspezifische Sprachkenntnisse. Das kostet natürlich Geld, und obwohl der Freistaat Bayern für die Finanzierung der fünf Diakonieunterkünfte mitsamt Personal aufkommt, reichen die Mittel nicht aus. Die Sprachkurse muss die Diakonie aus Spenden finanzieren. Deshalb braucht sie dringend Geld.

Sigrun Grüninger hat nun ein weiteres Hilfsprojekt gestartet. "Sobald der Antrag auf Asyl durch ist, müssen unsere Leute die Unterkünfte verlassen. Sie brauchen eine Wohnung. Wir helfen ihnen und geben Verhaltenstipps, damit es keine Probleme mit den Nachbarn gibt." Wohnraum für die Asylbewerber zu finden, sei sehr schwierig, weil es kaum Wohnungen in der Region gebe und die Familien oft bis zu fünf Kinder haben, erläutert Grüninger. Glücklich ist sie über ehemalige Asylbewerber, die zwischenzeitlich Fuß gefasst haben und nun ehrenamtlich für die Diakonie arbeiten, meist als Arabisch-Übersetzer.

Info Die Diakonie sucht Wohnungen sowie ehrenamtliche Helfer für Asylbewerber.
Infos: (0731) 704 78 23.

 

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