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aus: Südwest Presse vom 11.03.2015 von RUDI KÜBLER
 

Suchtberatung ist gefragter denn je

Alkohol, Medikamente oder auch Glücksspiel - Suchtberatung ist gefragt: Zwölf Prozent mehr Klienten hatte die Suchtberatung Neu-Ulm 2014.
 

Der Leistungsdruck in der Gesellschaft ist hoch; dass er geringer wird, ist nicht zu erwarten. Im Gegenteil. Die Belastung im Beruf wird weiter zunehmen. Um aus dem negativen Gedankenkarussell herauszukommen, greifen die Menschen zu Suchtmitteln. Ob Alkohol, Medikamente oder Glücksspiel - "alles ist schnell verfügbar, an jeder Ecke ist eine Spielhalle. Das befördert Sucht schon", sagt Renate Janik. Die Psychologin, die die Suchtberatung Neu-Ulm leitet, kennt diesen Kreislauf, an dessen Ende oft nackte Verzweiflung, Schulden, Depressionen, Krankheiten, Räumungsklagen, kaputte Familien und zerstörte Beziehungen stehen. "Leider kommen die Menschen erst, wenn ihnen das Wasser bis zum Hals steht. Sucht gilt immer noch als Stigma", sagt Janik.

Im vergangenen Jahr zählte die Suchtberatung Neu-Ulm insgesamt 657 Klienten, das sind zwölf Prozent mehr als 2013 (587). 537 von ihnen kamen aufgrund von Alkoholproblemen, 120 allein wegen ihrer Spielsucht. Die Zahl der Glücksspielsüchtigen ist seit Jahren steigend, im Vorjahr waren es noch 89 Klienten, also rund ein Drittel weniger, die Hilfe suchten. Christin Krieger, die die Fachstelle Glücksspielsucht ("ein Alleinstellungsmerkmal in der Region") innehat, skizziert den typischen Spieler: um die 30 Jahre alt, männlich, 30.000 Euro Schulden. "90 Prozent hängen an Geldspielautomaten, 10 Prozent machen Sportwetten", sagt Krieger, die eine wöchentlich stattfindende Spielergruppe therapeutisch leitet.

Weil bei Alkoholkranken speziell das Umfeld extrem in Mitleidenschaft gezogen wird, hat die Suchtberatung im Frühjahr 2014 den Schwerpunkt auf die Angehörigenarbeit gelegt. "Sucht hat Auswirkungen auf das gesamte Lebensumfeld, Familien profitieren stark von unserem Angebot", sagt die Sozialpädagogin Karola Steiger, die die Gruppe leitet. Ziel sei es, die Menschen aus der "Scham- und Schuld-Ecke" zu holen und ihnen wieder ihre Würde zu geben.

Info Die Suchtberatung Neu-Ulm, Eckstraße 25, ist unter Tel. (0731) 70478-50 oder per E-Mail Suchtberatung@diakonie-neu-ulm.de zu erreichen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und Montag bis Donnerstag von 15.30 bis 17 Uhr. Alle Angebote sind kostenfrei.

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