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aus: Südwest Presse vom 15.03.2013

 

Automaten-Flut begünstigt Spielsucht

Beratungsstelle legt Jahresbericht 2012 vor

587 Menschen haben sich im vergangen Jahr bei der Suchtberatung der Diakonie Neu-Ulm Hilfe geholt. Alle wegen Alkohol- oder Spielsucht.

 

Rund 11 Prozent der Bevölkerung leiden unter Suchtproblemen. Im Kreis Neu-Ulm entspricht das einer Zahl von 18.000 Menschen wobei gilt: Zu jedem Suchtkranken gehören Angehörige, die ebenfalls tangiert sind. 587 Menschen haben 2012 den Weg in die Suchtberatung der Neu-Ulmer Diakonie gefunden. „Alkohol ist nach wie vor Suchtmittel Nummer eins“, sagte deren Leiterin Renate Janik bei der Vorstellung des Jahresberichts. 513 Hilfesuchende kamen wegen Alkoholproblemen, 74 wegen Glücksspielsucht. Sie wurden in 3151 Einzel- und Gruppengesprächen betreut.
Zwar sei exzessives Trinken von Jugendlichen regelmäßig Thema in den Medien, so Janik. Die Zahl der Krankenhausbehandlungen zeige aber, dass das Problem nicht nur bei den Jugendlichen liege. Bei 77 Prozent der Krankenhausbehandlungen wegen Alkoholvergiftung seien Erwachsene betroffen „Alkoholkonsum wird in unserer Gesellschaft nach wie vor verharmlost.“ Die Klienten der Diakonie erhalten Beratung, die für Betroffene und Angehörige gleichermaßen offen ist. Wenn es gewünscht wird, erfolgt eine Vermittlung in eine Reha-Einrichtung. Die Suchtberatungsstelle in Neu-Ulm hält aber auch ein ambulantes Behandlungsangebot vor, bei dem die Patienten während der sechsmonatigen Rehabilitation in ihrer Familie und am Arbeitsplatz bleiben können.

Die Klienten, die wegen Glücksspielsucht kamen, waren laut Janik vor allem vom Automatenspiel abhängig. Dies verwundere nicht, da Neu-Ulm in Bayern zu den Städten mit der höchsten Dichte an Spielgeräten gehört. 2010 kamen auf ein Spielgerät 156 Einwohner. Der Durchschnitt in Bayern liegt bei 319 Einwohner pro Spielgerät. Fast 90 Prozent der pathologischen Glücksspieler litten zudem unter weiteren psychischen Störungen sagte Janik. Die Suizidrate sei bei Menschen, die unter pathologischen Glücksspiel leiden, deutlich erhöht.

 

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