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aus: Südwestpresse vom 18.01.2013

 

Obdachlosigkeit verhindern

Obdachlosigkeit zu verhindern, soll die Wohnraumprävention gestärkt werden.  Der Landkreis will den Kommunen diese Aufgabe abnehmen.

 

Es gibt immer weniger günstigen Wohnraum, und immer mehr Menschen sind von Obdachlosigkeit bedroht. Dieser Befund gilt auch für den prosperierenden Landkreis Neu-Ulm. Bisher sind die Kommunen dafür zuständig, Menschen in finanzieller Not zu helfen, wenn sie auf dem freien Markt keine Wohnung mehr finden. Erfahrungsgemäß suchen von Obdachlosigkeit Bedrohte aber relativ spät Hilfe.

Um schneller eingreifen zu können, soll die so genannte Wohnraumprävention jetzt von den Kommunen auf den Landkreis übertragen werden. Der übernimmt die Hälfte der Kosten für die zunächst als 40-Stunden-Vollzeitstelle geplante Hilfeleistung des Diakonischen Werks Neu-Ulm und des Caritasverbands für die Region Neu-Ulm und Günzburg. Den Rest zahlen die Kommunen über die Kreisumlage.

Einige Gemeinden wie Bellenberg, Nersingen, Pfaffenhofen und Weißenhorn haben der Übertragung noch im vergangenen Jahr zugestimmt, auch der zuständige Ausschuss in Illertissen hat dem Vorhaben nun einstimmig zugestimmt. Zusätzlich zu der seit 2011 bestehenden Beratungsstelle in der Eckstraße 25 in Neu-Ulm sind weitere im Landkreis geplant. In Illertissen wird voraussichtlich die erste eingerichtet, im sozialpsychiatrischen Zentrum in der Robert-Koch-Straße. Die über die Kreisumlage finanzierten Kosten werden sich für Illertissen auf etwa 10 000 Euro belaufen, erfuhr Wilhelm Fischer (CSU) auf Nachfrage von der Stadtverwaltung. Sein Fraktionskollege Jürgen Eisen betonte, wichtig sei vor allem, dass die Beratungsstellen bekannt gemacht werden. Vorgesehen sind weitere vorerst in Senden, Vöhringen, Weißenhorn, Nersingen, Elchingen, Pfaffenhofen.

Das Diakonische Werk Neu-Ulm und der Caritasverband Neu-Ulm und Günzburg beobachten seit geraumer Zeit in ihren verschiedenen Beratungsdiensten, dass immer mehr Menschen mit Strom-, Heizungs- und Mietschulden zu kämpfen haben, erläuterte Erwin Thoma von der Neu-Ulmer Sozialberatungsstelle der Caritas den Stadträten im Illertisser Kultur-, Bildungs- und Sozialausschuss. Vor zwei Jahren richtete das Diakonische Werk Neu-Ulm eine Halbtagsstelle für die Beratung zur Wohnraumerhaltung ein. Mittlerweile arbeiten Caritasverband und Diakonie noch stärker zusammen, und sie wollen die Wohnraumprävention verstärken. Das bedeutet: Es soll versucht werden, möglichst viele Menschen, die in finanzielle Not geraten sind, zu unterstützen. Dabei geht es darum, ihre Wohnung zu erhalten oder nach einer geeigneteren zu suchen, wenn nötig, zu Ämtern zu begleiten, sie an Fachdienste wie etwa die Schuldnerberatung weiter zu verweisen, kurz: Lebenshilfe z u leisten.

"Viele Menschen geraten durch Trennung oder Scheidung, Sucht oder Schulden, Arbeitslosigkeit oder psychische/physische Erkrankung oder schon, weil sie alleinerziehend sind, in Not. Viele wissen nicht, wie sie an Geld oder Hilfe kommen können, sie sind überfordert, verkriechen sich", bestätigte auch Susanne Deininger von der Neu-Ulmer Präventionsstelle für Wohnraumerhaltung. Um solchen Menschen besser Hilfe vermitteln zu können, werde auch verstärkt Wert darauf gelegt, dass die Präventionsstellen bekannt gemacht sowie Kontakte mit anderen Beratungsstellen - etwa für Sucht- und Drogenprobleme oder dem Frauenhaus - geknüpft werden.

Bei der bisherigen Arbeit konnte die Präventionsstelle in der Stadt Neu-Ulm bereits Erfolge verbuchen. Vom 1. Mai 2011 bis 31. Dezember 2011 wurden 187 Fälle bearbeitet, erläuterte Fachmann Erwin Thoma. 107 waren von Obdachlosigkeit bedroht, 80 waren auf Wohnungssuche. 103 waren aus Neu-Ulm, 25 aus Illertissen, 24 aus Senden, zehn aus Vöhringen, der Rest aus anderen Kommunen. Immerhin zwei Drittel der Fälle seien positiv abgeschlossen worden.

 

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