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aus: Südwest Presse vom 21.11.2015 von BARBARA HINZPETER
 

Schwieriger Neustart nach Drogenzeit

Der Weg aus der Drogenabhängigkeit ist steinig. Lea S. gibt sich da keinen Illusionen hin. Die junge Mutter nimmt deshalb professionelle Hilfe in Anspruch. Aber es fehlt einfach auch am Geld.

.Eigentlich passt Mona nicht mehr in den Kinderwagen. Das lebhafte, fröhliche Mädchen wird bald zwei Jahre alt. Es bräuchte dringend einen Buggy, sagt ihre Mutter Lea S. (Namen geändert). Den könne sie sich aber im Moment nicht leisten.

Die 28-Jährige hat eine heftige Drogenzeit hinter sich. Mit Monas drogen- und spielsüchtigem Vater, von dem sie inzwischen getrennt lebt, hat sie einige Tausend Euro Schulden aufgehäuft.

Für Mutter und Tochter bleiben im Monat 500 Euro plus 188 Euro Kindergeld, die Miete wird bezahlt. Zumindest bis März, sagt Lea S., könne sie in der Wohnung bleiben, in der sie zu dritt gelebt hatten. Vom Vater des Kindes habe sie sich getrennt, weil er mehrfach rückfällig geworden war. Denn das steht für sie fest: Sie braucht Abstand zu den Kreisen, in denen Drogen konsumiert werden.

Lea S. hat eine Ausbildung im sozialen Bereich absolviert und bis vor einigen Jahren in ihrem Beruf gearbeitet. Hineingerutscht in die Szene war sie als Jugendliche. Es fange immer gleich an: Man probiere den Stoff aus, den Freunde nehmen - Ecstasy, Koks und schließlich Heroin. Zuerst ab und zu, dann jedes Wochenende, später auch unter der Woche und zuletzt täglich.

Der Tod eines Freundes nach einer Überdosis rüttelte sie auf. Sie meldete sich zur Entgiftung an, bekam einen Platz in der Therapie, die sie selbst von sechs auf acht Monate verlängerte. Dort lernte sie den späteren Vater ihres Kindes kennen. Sie zogen zusammen. Dummerweise, wie sie heute weiß, nicht an einen fremden Ort. Trotz allen Bemühens kamen sie wieder in Kontakt mit der Szene, Rückfälle folgten.

Das Paar konnte Miete und Strom nicht mehr bezahlen, die Räumungsklage kam. Sie wandte sich an die Drogenberatung, wurde in ein Substitutionsprogramm aufgenommen und stellte bald darauf fest, dass sie schwanger war. Deshalb "wollte ich so schnell wie möglich runter von allem", sagt sie.

Zum Glück fand sie eine neue Wohnung. Hier lebt sie inzwischen allein mit ihrer kleinen Tochter und versucht, den Alltag in den Griff zu bekommen. Drogenberatung, Jugendamt und eine Familienhelferin stehen ihr zur Seite.

Der Schuldenberg belastet die 28-Jährige sehr. Sie träumt von einem "normalen glücklichen Familienleben" und davon, "das Thema Drogen einmal so weit zu beenden, dass ich nicht mehr darauf angesprochen werde". Zunächst hofft sie aber, dass sie einen neuen Buggy kaufen kann. Was in Secondhand-Läden angeboten werde, sei edle Markenware und deshalb selbst gebraucht zu teuer.

Sozialpädagogin Lisa Frank von der Diakonie Neu-Ulm kümmert sich um Lea S. und ihre Tochter. Sie hofft, dass sich die finanzielle Lage der Alleinerziehenden bald entspannt und prognostiziert der Mutter eine gute Perspektive für ein geregeltes Leben.

Zusatzinfo

Hilfe für Lea S.

Gezielte Spende Wer Lea S. und ihr Kleinkind unterstützen möchte, vermerkt auf dem Überweisungsträger unter Verwendungszweck einfach Lea S. Die Kontonummern der Aktion 100 000 und Ulmer helft sind im roten Kasten links abgedruckt.

Diakonisches Werk
Neu-Ulm e.V.

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