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aus: Südwestpresse vom 27.12.2012

 

O du herausfordernde Weihnachtszeit

Weihnachten: Karin Schedler ist Pfarrerin, Mutter, Ehefrau und Organisatorin

Herberge_2012

In der Christvesper der Petruskirche sitzen Pfarrerin Karin Schedler und ihr Mann Jochen Thiel gemeinsam in der ersten Bankreihe. Sie gestaltet die Liturgie des Gottesdiensts, der Zahnarzt fungiert als Lektor und liest der Gemeinde die Weihnachtsgeschichte vor.

An Weihnachten sind Pfarrer voll im Einsatz. Viele Menschen freuen sich in dieser Zeit über Zuspruch und Zuwendung. Für die eigene Familie bleibt da wenig Zeit.
Ein Heiligabend mit Pfarrerin Karin Schedler.

Improvisieren gehört zum Handwerk: Weil der 13-jährige Sohn Raimund, der eigentlich Trompete und Klavier spielen sollte, in der Nacht gespuckt hat, muss Karin Schedler am Morgen des Heiligabends schnell umplanen. Kind versorgen, andere Noten heraussuchen und rechtzeitig um
9.30 Uhr im Awo-Altenheim in Neu-Ulm sein. Dort stellt sich das nächste Problem: Der Hausmeister ist krank, also muss die Pfarrerin der evangelischen Petruskirche samt ihren Helfern die Lautsprecher-Anlage im Saal selbst installieren. Denn die jungen Darsteller des Krippenspiels brauchen die Mikrophone und Lautsprecher.

Karin Schedler bleibt ganz ruhig. Als die Technik funktioniert, schärft sie den Kindern ein: "Ihr müsst langsam, laut und deutlich reden - wenn Ihr Euch blöd vorkommt, dann ist es genau richtig."

Der ökumenische Gottesdienst am Morgen des 24. Dezember im Altenheim ist zugleich die Hauptprobe für das evangelische Krippenspiel. "Hier ist es fast noch wichtiger als nachher in der Kirche, weil die Leute hier so selten Kinder sehen", sagt die 47-Jährige zu den Darstellern. Alles klappt bestens. Die Schauspieler und alle Helfer im Hintergrund bekommen nachher Schoko-Nikoläuse. Als Dank.

Nachmittags in der Kirche sieht sie das Spiel nicht mehr. Sie und ihre Kollegin Ruth Imeg teilen sich die Weihnachtstermine: Karin Schedler übernimmt die Christvesper in der Petruskirche, die Andacht in der Diakonie-Herberge und den Gottesdienst am ersten Feiertag.

Nach dem Awo-Gottesdienst geht sie in die Petruskirche, um "noch ein paar Geschenke persönlich loszuwerden" und Weihnachtskarten zu verteilen. Letztere sind gespickt mit humorvollen Cartoons und einem ziemlich kniffligen Weihnachtsrätsel.

Die persönlichen Weihnachtsgeschenke kommen bei der Theologin "leider alle zu kurz". Und die Zutaten für die Plätzchen, die sich "auf dem Tisch in der Küche so auffordernd getürmt haben", hat sie am Vortag weggeräumt. "Dann backe ich nach Weihnachten - aber noch bevor wir in den Urlaub fahren."

Der Baum steht schon, geschmückt hat ihn der jüngere Sohn, ums Essen kümmert sich ihr Mann Jochen Thiel. Der ältere Sohn Christoph kommt diesmal nicht zu Weihnachten nach Hause. "Er ist Balletttänzer am Theater Schwerin und hat nur so kurz frei, dass sich die Reise nicht lohnt. Und er hat gesagt: Mama, Du hast eh keine Zeit."

Um kurz nach 17 Uhr füllt sich die Petruskirche zur Christvesper. Die Lichter am Baum brennen, die feinen Lamettafäden glitzern im Luftzug, die Kerzen auf der Empore und den Fenstersimsen sind angezündet. Karin Schedler klärt mit Oliver Scheffels die letzten Fragen bezüglich der Musikstücke, zieht den Talar an und steckt sich das Beffchen an den Kragen. Dann sind alle Vorbereitungen erledigt, die Herausforderungen gemeistert, und es blieben noch wenige Minuten, bis der Gottesdienst losgeht. Die kurze Zeit setzt sie sich in die erste Bank neben ihren Mann. Jochen Thiel wird nachher die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium vortragen. "Das kann ein Zahnarzt auch", schmunzelt die Pfarrerin. Seit 22 Jahren sind die beiden verheiratet.

Nach der Vesper kann sie für den Rest des Abends auf privat umschalten und das Fest im Kreis ihrer Familie genießen - auch ohne Plätzchen. Am ersten Feiertag beginnt der Festgottesdienst um 10 Uhr. "Ich freue mich, wenn dann auch schon ein paar andere wach sind."

Zu Weihnachten an andere gedacht

In der Diakonie Herberge im Barfüßer haben rund 250 bedürftige und obdachlose Menschen Heiligabend miteinander verbracht. Das Team um Heike Bayer vom Diakonischen Werk Neu-Ulm hat ihnen einen schönen Abend im Warmen, mit Essen und nützlichen Geschenken bereitet. Pfarrerin Karin Schedler feierte mit den Besuchern eine Andacht. „Es war friedlich und schön“, lautet die Bilanz Bayers.

In der Awo-Begegnungsstätte Ulm kamen rund 60 alleinstehende Menschen an Heiligabend zusammen. Es wurde gemeinsam gesungen, geredet und gegessen. OB Ivo Gönner war zu Gast. Für Awo-Geschäftsführer Michael Honold war es „ein wunderbarer Abend“.

Die katholische Betriebsseelsorge Ulm hat mit einem Team von acht Leuten in der Nacht in allen Ulmer Kliniken die Beschäftigten besucht, die auf den Stationen im Dienst waren.

 

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