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aus: Südwesst Presse vom 07.12.2016
 

Die anderen im Blick behalten

Weihnachten Diakonie und Awo kümmern sich an Heiligabend um Einsame und Bedürftige.
Dekan Ernst-Wilhelm Gohl predigt über die frohe Botschaft angesichts von Terror und Krieg.

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Szenen von Heiligabend: Links oben das Münster während der Christmette und im ersten Jahr erhellt von der neuen Lichtanlage. Weiter im Uhrzeigersinn: Der Jugendgottesdienst im Jam, die Geschenke für die Diakonie-Gäste, der Abend bei der Ulmer Awo und das Auftragen des Essens durch die Diakonie-Helfer in Neu-Ulm.

Heiligabend, 21 Uhr. Der Saal der Arbeiterwohlfahrt an der Schillerstraße ist leer. Na ja, fast leer, die 13 Helfer um Helga Ebner vom Awo-Vorstand und Geschäftsführer Michael Honold räumen auf, spülen Teller und Gläser – und im Hintergrund brennen die Lichter am Weihnachtsbaum. Rund 60 Gäste haben sie heute bewirtet, Menschen, die Heiligabend nicht alleine in den eigenen vier Wänden verbringen wollen. Weil dieser Abend wie kein anderer im Jahr die Einsamkeit noch verstärkt. Zusammen sitzen, zusammen essen und zusammen reden und singen – das ist gute Tradition bei der  Awo seit nunmehr 28 Jahren. „Hier bei uns sind alle gleich. Wir wollen euch eine Freude bereiten“, sagte Karin Schwarz. Die ehemalige Awo-Geschäftsführerin hatte diese Tradition begründet, die von Älteren, Alleinstehenden und Bedürftigen dankbar angenommen wird. Die einen sind fast schon Stammgäste an Heiligabend, die anderen sind neu in der Stadt. Wolfgang Schanz, der Deutschkurse für Flüchtlinge gibt, hat drei jesidische Familien eingeladen – darunter Najua Ismael aus dem Irak. Die 19-Jährige ist neugierig, wie in Deutschland Weihnachten gefeiert wird. Zuerst wird gesungen: O Tannenbaum. Die ersten Takte sind etwas wackelig, der Vorsänger ist erkrankt. Ivo Gönner musste mit der Tradition brechen, zum ersten Mal, Tochter Sabina und Sohn Sebastian sind dafür gekommen, um frohe Weihnachten zu wünschen. Zu essen gibt’s Roastbeef und Spätzle, gespendet von Gastromenü und so viel, dass die Gäste auch noch etwas für den ersten Weihnachtsfeiertag mitnehmen können. Flüchtlinge voll integriert Heiligabend, 21 Uhr. Auch im Barfüßer in Neu-Ulm kehrt langsam Ruhe ein. Auch hier wird an diesem Tag für Arme, Einsame, Kranke und Bedürftige aufgetischt. Mehr als 300 Personen sind zu Gast im Restaurant von Ebbo Riedmüller, der die Räume seit bald zehn Jahren der Diakonie NeuUlm zur Verfügung stellt und es sich nicht nehmen lässt, Essen und Trinken zu sponsern. Namentlich will er eigentlich gar nicht genannt werden, weil seine ganze Familie und viele andere mithelfen.
Heike Bayer von der Diakonie  ist ihm dankbar dafür. Und die Teilnehmer erst recht, die sich erst an Rindergulasch erfreuen und dann aus Leibeskräften gemeinsam Weihnachtslieder singen. Darunter auch zahlreiche Flüchtlinge und Muslime, die bei dieser Feier voll integriert sind, wie Dekanin Gabriele Burmann beobachtet: „Und wenn alle das ‚Vater unser’ beten, dann geht mir das Herz auf. Das können wirklich alle.“ Kann man angesichts des Terroranschlags von Berlin überhaupt „O du fröhliche“ singen und Weihnachten feiern? Dekan Ernst-Wilhelm Gohl stellt diese Frage zu Beginn seiner Weihnachtspredigt im Münster – und beantwortet sie mit ja: „Der Heilige Abend ist immer ein Kampf zwischen Einsamkeit und Geborgenheit, zwischen Trauer und Hoffnung, zwischen Angst und Zuversicht.“ Gott schicke seinen Sohn in die Welt, die nicht perfekt ist und die ohne seine Liebe verloren wäre. Dabei geht es Gohl nicht um das Gefühl Liebe, sondern um eine innere Haltung: „Gott hat alle Menschen geliebt – auch die, mit denen wir unsere Schwierigkeiten haben. Nur so
beginnt der Friede.“ Daher versteht er das „O du fröhliche“ als „Ausdruck unseres Glaubens und der Hoffnung“.
Parallel zur Christmette im Münster hat es erstmals einen Jugendgottesdienst im Jam gegeben, in dem sich das Team um Jugendpfarrerin Andrea Holm Gedanken darüber macht, welche Rollen aus der Krippe heute noch aktuell sind und warum sie das sind. Und bei der Awo? Nachdem die Küche wieder blitzblank ist, sitzen die Helfer noch zusammen und reden. Wie hatte Achim Kollinger, der zum ersten Mal mit dabei war, zu Beginn der Weihnachtsfeier gesagt: „Ich will mal aus dem üblichen Trott raus. Wichtig ist mir, mit anderen etwas zu teilen.“ hum, ruk, vs

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