Anlässlich des jährlichen Gedenktages für verstorbene Drogengebraucher*Innen am 21.7 hat das Drob Inn, die Drogenberatungsstelle der Diakonie Neu-Ulm, in die Petruskirche Neu-Ulm zu einem Gottesdienst eingeladen.

Im vergangenen Jahr starben in Deutschland 1.581 Menschen am Konsum illegaler Drogen. Davon 248 Personen in Bayern. Nach dem Gottesdienst wurde auf dem Petrusplatz, mit Rosen und Kerzen sowie einem Plakat an die Toten gedacht. Auch im kommenden Jahr, am 21.7.2022 soll es wieder solch einen Gedenkgottesdienst geben.

Hintergrund:

Am 21. Juli 1994 starb in Gladbeck der junge Drogengebraucher Ingo Marten. Mit Hilfe der Stadt Gladbeck gelang es seiner Mutter, eine Gedenkstätte für ihren Sohn und andere DrogengebraucherInnen zu installieren.

Sandra Heinzelmann (Leitung)
Diplom-Sozialarbeiterin (FH)
Uferstr. 3
89231 Neu-Ulm
Tel.: 0731 – 88 03 05-20
drob-inn@diakonie-neu-ulm.de

Dies sollte als ein Ort der Erinnerung und der Mahnung dienen. Seit 1998 findet seitdem jährlich der Gedenktag für Drogengebraucherinnen und – gebraucher statt.
Anfangs deutschlandweit. Seit 2014 auch international wie z.B. in Spanien, Dänemark, Niederlanden, Großbritannien, Kanada, Australien oder Schweden.
Neben dem Gedenken, der Trauer und dem Mahnen steht das Ziel, das Überleben zu sichern der DrogengebraucherInnen durch eine humanitäre Drogenpolitik.
Drogenabhängigkeit ist eine international anerkannte Erkrankung. Eine Erkrankung wie Krebs, Diabetes, Depression… Und eben auch eine Erkrankung, die tödlich enden kann.
Dieser Aspekt gerät häufig in den Hintergrund. Drogenabhängigkeit ist behaftet mit dem Stigma der Kriminalität. Drogen sind illegal. Die Krankheit somit häufig als Straftat angesehen. Ebenso gibt es leider immer noch häufig die Meinung, dass jemand der Drogen nimmt, selbst schuld ist. Aber sind wir das nicht bei sehr vielen Krankheiten? Zu wenig Bewegung, zu schlechte Ernährung verursachen Erkrankungen mit den häufigsten Todesfolgen. Und trotzdem hilft man. Fühlt mit, zeigt Verständnis für die Umstände. Nur indem wir diese Hilfen an die wirklichen Lebensumstände drogengebrauchender Menschen anpassen, können wir verhindern, dass weiterhin so viele Menschen an dem Gebrauch illegaler Drogen sterben.

Ziele:

Wir vom Drob Inn sind sehr froh, diesen Gedenktag heute gemeinsam veranstalten zu können und freuen uns über alle die gekommen sind. Für uns ist es wichtig gemeinsam mit allen Anwesend zu gedenken und uns zu erinnern. Wir erinnern uns dabei an Menschen, die häufig nur als Teil einer Statistik gesehen werden oder von deren Tod man in der Presse berichtet. Für viele scheint das Schicksal dieser Menschen meistens ganz weit entfernt zu sein.
Doch für uns alle geht es dabei um ganz konkrete Menschen mit einem Namen und einer persönlichen Geschichte. Und hinter jeder einzelnen Zahl in der Statistik stehen Menschen mit Familien und Angehörigen, Freunden, Partnern. Menschen, die mit ihnen gekämpft, gestritten, gehadert und gehofft haben. Und am Ende den Kampf verloren haben.
Als gesamtes Drob Inn Team möchten wir uns bei allen bedanken, die heute gekommen sind um an diese Menschen zu denken. Uns ist es wichtig darauf aufmerksam zu machen, dass jeder Tote einer zu viel ist. Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass keiner vergessen ist, sondern ihre Schicksale jedem von uns Nahe gehen. Mit diesem Gottesdienst möchten wir ein Zeichen setzten und somit der Ausgrenzung, welche in der Gesellschaft gegenüber DrogengebraucherInnen und Gebrauchern allgegenwärtig ist, entgegenwirken.

Sandra Heinzelmann vom Drob Inn, der Drogenberatungsstelle der Diakonie in Neu-Ulm

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Wir haben Respekt vor der Persönlichkeit jedes Einzelnen, unabhängig von seiner sozialen nationalen und religiösen Zugehörigkeit. Wir arbeiten für die unantastbare Würde des Menschen. Die christliche Nächstenliebe leitet unser Handeln.

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